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Newsarchiv

10.01.2022

Alexandra Mandl (18) – Tagesstätte „Brücke“

Alexandra Mandl berichtet im Kurzportät auf Bundesregierung.de von ihren Aufgaben im Freiwilligendienst:

„Die AWO Tagesstätte ‚Brücke‘ in Weißenburg in Mittelfranken ist eine ambulante Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen, Borderline-Syndrom oder Schizophrenie, die außerhalb von Kliniken und Heimen leben. Neben ausgebildeten Sozialpädagogen, Heilerziehungspflegern und Erziehern, können dort auch Interessierte einen BFD absolvieren. Eine von Ihnen ist die 18-jährige Alexandra Mandl. Sie suchte nach der elften Klasse eine sinnvolle Tätigkeit, um die Zeit zwischen Schule und Ausbildung zu überbrücken und nutzt den BDF auch zur Berufsorientierung.

‚Dass ich im sozialen Bereich arbeiten möchte, ist mir durch den BFD noch bewusster geworden‘, so Alexandra. ‚Man lernt hier nicht nur den Umgang mit psychisch erkrankten Menschen, sondern erfährt auch viel über die Hintergründe.‘ Gemeinsam mit der Einrichtungsleitung werde dann auch über diese Themen gesprochen. Was ist eigentlich eine Schizophrenie? Was machen diese Medikamente mit den Betroffenen? Welche Angebote kann man ihnen machen? ‚Das sind alles Erfahrungen, die mich auf das spätere Berufsleben vorbereiten‘, sagt Alexandra.

Ziel der Arbeit der Tagesstätte ‚Brücke‘ ist es, den Menschen wieder eine geregelte Tagesstruktur und soziale Teilhabenmöglichkeiten zu geben. Deshalb unterstützt Alexandra sie beispielsweise beim Einkaufen oder Kochen und bietet ihnen Gespräche oder Gemeinschaftsaktivitäten an. So können Betroffene lernen, wieder aufeinander zuzugehen und Kontakte zu pflegen. Nach den Erfahrungen beim BFD steht für die 18-Jährige aus Weißenburg fest, dass sie Sozialpädagogin werden will.“

Quelle: Bundesregierung.de


19.10.2021

Freiwilligendienste der AWO Berlin mit dem Alpha-Siegel ausgezeichnet

Der AWO Landesverband Berlin e.V. hat sich 2017 für eine Zertifizierung mit dem Alpha-Siegel entschieden, um Barrieren für Menschen mit Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten abzubauen. So wurde im AWO Landesverband Berlin e.V.  unter anderem ein Raumplan entwickelt, durch den sich Personen besser im Landesverband zurechtzufinden können. Dieser wird mit einem Leitsystem unterstützt, welches in die entsprechenden Räumlichkeiten führt. Für das Vermittlungsverfahren zum Freiwilligendienst werden graphische oder bebilderte Dokumente, Verträge mit Symbolen und Broschüren/Flyer in leichter Sprache und mit Abbildungen verwendet. So wird der Weg zum Freiwilligendienst für jede*n Interessent*in zugänglicher.


14.09.2021

„Ich hätte es gar nicht für möglich gehalten, dass man in einem so kleinen Rahmen auf so viele engagierte Menschen trifft.“ Gespräch mit fünf Bundessprecher*innen der AWO-Freiwilligendienste

Bei der AWO engagieren sich jedes Jahr etwa 5.000 Freiwillige im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder Bundesfreiwilligendienst (BFD). Sie unterstützen soziale Einrichtungen, erleben gemeinsame Seminare und haben auch die Möglichkeit, als Sprecher*innen aktiv zu werden und so für die Anliegen der Freiwilligen einzutreten. Dazu wählen die einzelnen Seminargruppen Sprecher*innen, die sich auf der regionalen Ebene in einem Gremium zusammenfinden. Aus diesem werden dann wiederum jeweils 2 Vertreter*innen für den Sprecher*innenrat auf Bundesebene gewählt. Dort werden Themen und Anliegen der AWO-Freiwilligen aus allen Regionen zusammengetragen und in Arbeitsgruppen bearbeitet.

Mit fünf Bundessprecher*innen aus dem Jahrgang 2020/21 habe ich mich getroffen, um mit ihnen zum Ende ihres Freiwilligendienstes über ihr Engagement sowie ihre Erwartungen an die AWO und die Politik zu sprechen – digital via Videokonferenz, so wie für sie auch alle Seminare in diesem außergewöhnlichen Corona-Jahrgang stattgefunden haben.

Paula, Verena und Melissa haben jeweils ein FSJ in der Kita geleistet – bei den „ganz Kleinen“ in der Krippe. Jonathan hat sich in einem Jugendtreff engagiert und Magdalena in einem integrativen Kinderhort. Warum haben Sie sich als Sprecher*innen der Freiwilligen wählen lassen?

Verena: Ich war schon immer jemand, der sich gern für andere Leute eingesetzt hat und versucht hat, die Gruppe auf einen Nenner zu bringen und das Feedback von den Einzelnen an höherer Stelle anzubringen. Also: Ich setz mich gern für Leute ein. Ich glaube, das war meine größte Motivation.

Paula: Ich fand es cool, dass man so viel bewegen konnte – für sein Bundesland aber eben auch bundesweit. Als ich dann noch erfahren habe, dass es das Sprecher*innensystem gar nicht überall gibt, sondern dass das bei der AWO durchaus etwas Besonderes ist, fand ich es noch mal cooler.

Magdalena: Dass ich Sprecherin geworden bin, war eher Zufall. Ich hatte Mitleid mit meiner Seminarleiterin, weil sich keiner aufstellen lassen wollte. Cool fand ich dann, dass man mit Leuten aus ganz Deutschland zusammenkommt und über Ziele des FSJ redet.

Jonathan: Ich glaub, bei mir war’s einfach nur das Bedürfnis nach persönlichen Erfahrungen – vor allem nach welchen, die etwas mit der Politik zu tun haben, also beispielsweise Dinge durchzubringen oder sich für andere einzusetzen. Ich bin selbst in einer Partei und trete jetzt bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen an. Da dachte ich mir, dass das mit den Sprecher*innen eigentlich eine gute Methode wäre, kennenzulernen, wie man z.B. Konzepte erarbeitet und irgendwann durchbringt.

Melissa: Tatsächlich war bei mir auch Berlin ein Faktor, weil es ja ursprünglich hieß, man würde sich einmal in Berlin treffen und auch einmal in der Mitte Deutschlands. [Durch die Corona-Einschränkungen fanden die Treffen dann alle online statt, A.d.R.] Aber allgemein die Tatsache, dass das bundesweit ist und man Leute aus ganz Deutschland kennenlernt, war für mich echt interessant.

Die Bundessprecher*innen des Jahrgangs 2020/21 haben u.a. ein Instagram-Account ins Leben gerufen und eine Postkarte an alle AWO-Freiwilligen verschickt, um ihnen für Ihr großes Engagement im FSJ und BFD zu danken – gerade unter den schwierigen Bedingungen dieses „Corona-Jahrgangs“. Andere Projekte wurden begonnen wie etwa ein Forderungsschreiben zur Vereinheitlichung des Taschengeldes. Das war zunächst mit viel Recherchearbeit verbunden (Wieso unterscheiden sich die Taschengeldhöhen? Wie setzt sich das Taschengeld zusammen? Warum gibt es je nach Einsatzbereich unterschiedliche Ressourcen?). Auch eine Umfrage unter den Freiwilligen gehörte dazu. Das Forderungsschreiben und ein paar weitere Projekte haben die Sprecher*innen dieses Jahrgangs noch nicht ganz zu Ende gebracht. Dafür haben Sie das „goldene Buch“ erfunden. Darin sind alle Projekte dokumentiert, damit die nachfolgenden Generationen daran anknüpfen und weiterarbeiten können.

Alle fünf Sprecher*innen haben nun den Freiwilligendienst (fast) hinter sich. Was wünschen Sie sich für künftige Freiwillige von der AWO oder der Politik?

Jonathan: Von der AWO würde ich mir eine starke Vernetzung wünschen. Es wäre zum Beispiel schön, wenn es öfter Wiedersehenstreffen geben würde, oder man immer mal wieder die alten Freiwilligen oder Sprecher*innen anfragt – z.B. für Veranstaltungen, wo man uns gut gebrauchen kann oder für ein Treffen der Genrationen, einfach zum Austausch.
Von der Politik wünsche ich mir, dass die Freiwilligendienste stärker wahrgenommen werden. Beispielsweise werden freie Bahnfahrten für Angehörige der Bundeswehr als Erfolg gefeiert, wobei mir unklar ist, warum das so schnell durchgekommen ist. Dagegen kämpfen die Freiwilligen schon lange für ein kostenloses ÖPNV-Ticket. Dazu hört man leider gar nichts und ich habe davon auch nichts in den Wahlprogrammen gelesen. Das finde ich enttäuschend. Die Wahrnehmung dafür, dass wir als Freiwillige den Menschen in diesem Land durch unseren Einsatz sehr viel helfen, die müsste gesteigert werden.

Magdalena: Das war  mehr oder weniger das Grundthema von allen unseren Projekten – die Wertschätzung. Das steht hinter der Dankes-Postkarte an alle Freiwilligen, hinter der Forderung nach einem Freiwilligenticket oder nach einem höheren Taschengeld. Wenn man sagt, man macht nach der Schule ein FSJ, dann fragen erst einmal alle „Ah, ok, freiwillig? Und was verdienst du da?“. Es ist gar nicht im Bewusstsein der Leute, wieviel Herz man da reinsteckt, wieviel Energie man gibt. Viele wissen nicht genau, was ein FSJ ist. Es ist etwas Soziales und ich glaube, soziale Berufe sind in unserer Gesellschaft eher nicht so angesehen. Es wäre schön, wenn es da mehr öffentliche Unterstützung von gesellschaftlichen Führungspersonen gäbe, einfach dadurch, dass der Freiwilligendienst mehr thematisiert wird. So wie der Zivildienst früher, der war viel etablierter, das hat man halt einfach gemacht.

Melissa: Ich muss gestehen, dass ich bis zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung gar nicht wusste, dass ich ein Taschengeld bekomme. Ich wollte mich trotzdem in diesem Kindergarten engagieren. Aber ich würde auch sagen, die AWO sollte sich die Unterschiede in den Taschengeldhöhen wirklich mal anschauen.
Was die Politik angeht, schließe ich mich den anderen an. Die Aufmerksamkeit sollte größer sein und die Wahrnehmung: da sind junge Menschen, die haben Bock was zu tun, dann sollten wir die auch unterstützen. Und das einfachste, was sie tun könnten, wäre ein kostenloses ÖPNV-Ticket für Freiwillige einzuführen, um zu sagen „Ihr dürft fahren, wohin ihr wollt“ – im eigenen Bundesland, das würde ja schon reichen. Und natürlich auch, um kostenlos zur Einsatzstelle zu kommen.

Verena: Von der Politik wird immer betont, wir seien die Generation der Zukunft und man muss uns fördern, Bildungsoffensive, bli-bla-blubb. Und wenn man dann auf soziale Berufe schaut, die ja wirklich gebraucht werden und für die man händeringend nach Nachwuchs sucht, dann ist es mir unverständlich, wie wenig politische Anerkennung zum Beispiel für FSJler rüberkommt und dass da häufig immer noch ein Bild von der billigen Hilfskraft vorherrscht – wie manche Freiwillige berichten, leider zum Teil auch in der eigenen Einrichtung.

Paula: Auch ich würde mir politisch wirklich mehr Anerkennung wünschen. Ich habe das Gefühl, dass auf uns als junger Generation eine große Last liegt, die Zukunft besser zu machen und dass wir auf der anderen Seite wenig wertgeschätzt werden, zum Beispiel wenn wir einen Freiwilligendienst machen. Das ist schon schade, weil es ja eine super Sache ist nach der Schule, um Erfahrungen zu sammeln, selbst dann, wenn man wie ich beruflich in eine andere Richtung gehen will. Ich würde jetzt nach meinem FSJ sagen, ich würde es definitiv noch mal machen! Und da finde ich schade, dass das so ungesehen ist.

Und über den Freiwilligendienst hinaus – was sind für die Sprecher*innen die Themen, die die nächste Bundesregierung unbedingt angehen muss?

Verena: Das ist für mich ganz klar das Thema Nachhaltigkeit und grüner werden. Das ging mir in letzter Zeit sehr nahe. Die Überschwemmungen und die ganzen Waldbrände schockieren mich gerade sehr! Mir war auch schon vorher der Klimawandel sehr bewusst, aber seit diesem Jahr kriege ich echt Angst.

Paula: Da schließe ich mich an. Ich glaube das sieht gerade jeder, dass der Klimaschutz das Riesenthema ist. Es wird so deutlich, man hört eigentlich nur noch Schreckensnachrichten.
Aber auch Schulen und Digitalisierung sind ein Bereich, wo unheimlich viel gemacht werden muss. Ich finde (zumindest in Berlin) das Schulsystem total veraltet – ich nehme an, dass das in anderen Bundesländern ähnlich ist. Schule ist immer noch wie vor 50 Jahren. Ich finde, es ist die Zeit gekommen, Grundlegendes zu verändern.

Magdalena: Man hat dieses Jahr mit Corona gemerkt, wieviel sich die Politik für die ältere Generation einsetzt. Für die junge Generation wird einfach momentan nicht viel gemacht. Ich bereite mich z.B. gerade auf mein Studium vor und es ist krass, dass da immer noch gar keine Informationen da sind, wie das jetzt weitergehen soll. Oder auch in den Schulen, wie soll das funktionieren, dass die Schulen nach den Ferien wieder aufmachen können? Ich finde, die Bedürfnisse der jungen Generation, das sollte jetzt einfach ein großes Thema werden.

Melissa: Wir mussten jetzt wirklich so lange zurückstecken seit das 2020 losging – bei allem. Da war nix mit Freunde treffen, feiern gehen etc. und gefühlt war die Jugend trotzdem immer der Buhmann. Die ‚böse Jugend‘, die die Parks schmutzig hinterlässt und sich für nichts interessiert, obwohl das vielleicht nur 5% der Leute sind.

Paula: Mir ist noch etwas eingefallen, was zwar schon passiert, was ich aber gerne noch verstärkt sehen möchte und zwar, dass in der EU etwas gegen die homophoben Aktivitäten in Ungarn und Polen unternommen wird. Da sollte viel mehr und schneller gehandelt werden. In der EU sollten keine Menschen verfolgt oder ausgegrenzt werden können, nur weil sie eine andere Sexualität haben.

Jonathan: Ich halte den Klimaschutz für zentral. Es mangelt ja nicht an Konzepten, etwas zu ändern, aber am Willen. Außerdem finde ich auch das Thema Bildung ziemlich wichtig. Wie Paula schon sagte, ist da vieles sehr veraltet. Man sieht die Schule immer noch als Instanz der Wissensvermittlung, obwohl Wissen heute grenzenlos zur Verfügung steht und man uns vor allem das Lernen an sich beibringen müsste. Es herrschen immer noch viele falsche Rahmenbedingungen, gerade für junge Leute.

Zum Schluss interessiert mich noch, was die fünf mitnehmen – egal ob aus dem praktischen Einsatz, den Seminaren oder der Sprecher*innentätigkeit.

Melissa: Also ich nehme auf jeden Fall mit, dass überall Menschen sind wie du und ich. Vor dem FSJ dachte ich oft „Wow, das sind die großen Erwachsenen“, aber ich habe gelernt, dass die auch alle klein angefangen haben. Bei meinen Kollegen in der Einsatzstelle bin ich mittlerweile wirklich herzlich willkommen auch mal privat zu reden, gemeinsam Pause zu machen etc. – das ist total schön. Zu wissen, dass es normal ist, Fehler zu machen. Das sagen mir die Mentoren der AWO und meine Kollegen, dass sie auch heute noch Fehler machen oder Neues lernen und die haben schon 40 Jahre Berufserfahrung!

Jonathan: Was ich auf jeden Fall mitnehme, sind die neuen Kontakte, die ich habe. Ich habe sehr viele interessante Leute kennengelernt – das sind Kontakte, die mich vielleicht noch mein Leben lang begleiten werden.

Magdalena: Am stärksten habe ich mitgenommen, zu merken, wie das Arbeitsleben so ist. Ich weiß jetzt, wie man mit erwachsenen Personen reden sollte, damit man seine Ziele erreicht – dass man da seine Frau stehen muss und seine eigenen Bedürfnisse auch artikuliert. Das nehme ich mit von dem Sprecherinnenamt und auch aus dem praktischen Einsatz. Und mit dem FSJ ist eine Bubble geplatzt. Davor war man so in seinem Schulzeug und dann trifft man plötzlich zum Beispiel auf wirklich arme Kinder – das ging mir schon sehr nahe.

Verena: Ich bin selbstbewusster geworden, wozu das Sprecher*innensystem sehr viel beigetragen hat. Ich hatte durchaus schon nicht so positive Erfahrungen, was die Reaktion auf mich angeht, und da hat es mir sehr viel Selbstbewusstsein gegeben, dass ich Sprecherin wurde. Insgesamt hat es mein Selbstbild sehr positiv geprägt, dass ich wirklich mal für meine Positionen einstehen musste auch in der Einsatzstelle.

Paula: Ich kann mich da anschließen, in der Schule ist man noch so jugendlich und wir sind jetzt wirklich alle „erwachsen“ geworden (auch wenn ich es komisch finde, das zu sagen). Obwohl wir „nur“ Freiwillige waren, waren wir doch irgendwann gleichgestellt. Man musste genauso früh aufstehen und kam genauso geschafft nach Hause wie vielleicht die Eltern. Ich habe insgesamt eine große Veränderung durchgemacht – durch die Erfahrungen und Eindrücke, aber auch was die Freunde angeht. Ich habe sowohl in den Seminaren als auch unter den Sprecher*innen gute Freunde gefunden. Aber das coolste, was ich mitnehme, ist das ganze Produktive, was wir alles geschafft haben – egal auf welcher Ebene.

Beitrag von Tina Stampfl


27.04.2021

„Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung war für mich absolut neu“

Ich bin Alina, bin 19 Jahre alt und habe mein Freiwilliges Soziales Jahr im AWO Wohnheim Püttlingen von Februar bis Oktober 2020 absolviert.

Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung war für mich absolut neu. Hauptsächlich war ich in der sozialen Betreuung tätig, konnte aber auch in hauswirtschaftliche sowie gegen Ende auch noch in pflegerische Tätigkeiten reinschnuppern und dort meine Erfahrungen sammeln. Hauptsächlich war es meine Aufgabe, die Bewohner zu beschäftigen und sie in ihrem Alltag zu unterstützen. So bekam ich auch Einblicke in pflegerische Tätigkeiten, wie das Duschen und Rasieren der Bewohner. Wir sind viel spazieren gegangen, haben draußen z.B. mit Bällen oder Kegeln gespielt oder wir haben im Wohnheim gebacken, gemalt, gebastelt und Gesellschaftsspiele wie Mensch ärgere dich nicht oder Shuffleboard gespielt. Es gab eine Faschingsfeier, für Ostern und Halloween haben wir gebastelt. Ab und zu haben wir auch einfach einen Film- oder Teenachmittag organisiert.

Die Seminartage waren sehr angenehm und ich fand es gut, dass man sich mit Leuten austauschen konnte, die in einem ähnlichen oder in einem ganz anderen Bereich tätig waren. Ich konnte dort wahnsinnig viele und schöne Erfahrungen sammeln. Persönlich habe ich sehr viel gelernt, wurde selbstständiger und selbstbewusster.

Während den neun Monaten habe ich zwei Menschen kennengelernt, mit denen ich auch nach meinem FSJ auf jeden Fall weiterhin guten Kontakt haben werde. Vielen Dank an alle Mitarbeitende des Wohnheims und der AWO für diese wunderschöne Zeit, die ich niemals vergessen werde.

Das FSJ war die beste Entscheidung und ich würde es jederzeit wieder tun!


24.11.2020

Mit Kampfgeist und Durchhaltevermögen zum Freiwilligendienst

Franziska leistet einen Bundesfreiwilligendienst im House of Life, einer Pflegeeinrichtung für jüngere Menschen in Berlin-Kreuzberg. Ihr Weg zum BFD war mühsam, denn auf Grund ihrer Behinderung haben viele Träger und Einrichtungen sie als Freiwillige abgelehnt. Dank Kampfgeist, Durchhaltevermögen und einer engagierten Koordinatorin der AWO Berlin fand sie schließlich doch die passende Einsatzstelle.

Wer Franziska durch die bunt bemalten Gänge ihrer Einsatzstelle begleitet, merkt, dass sie sich hier wohl fühlt. Sie grüßt rechts und links, hält ein kurzes Schwätzchen und hat für alle ein offenes Lächeln parat. Seit knapp einem Jahr engagiert sie sich als Freiwillige im Betreuungsbereich des House of Life, einer Einrichtung für jüngere Menschen, die aufgrund schwerer Erkrankungen und Behinderungen umfassende Pflege und Betreuung benötigen. Franziska nimmt sich Zeit für die Bewohner*innen, liest ihnen vor, spielt mit ihnen oder begleitet sie zum Plausch nach draußen.

Für einen Freiwilligendienst hat sich Franziska aus einem ganz speziellen Grund entschieden: „Ich wollte Soziale Arbeit studieren, war mir aber nicht sicher, ob mir dieses Arbeitsfeld überhaupt liegt. Da kam ich auf die Idee, das in einem Freiwilligendienst auszuprobieren“. Dass der Weg zur passenden Einsatzstelle so holprig wird, hat sie nicht vermutet.

„Du sitzt selbst im Rollstuhl, wie willst du da andere Menschen unterstützen?“

Viele Träger und Einrichtungen, die Franziska kontaktierte, reagierten mit Unverständnis: „Es wurde gesagt: Wie, du möchtest ein FSJ im sozialen Bereich machen? Du sitzt selbst im Rollstuhl, wie willst du da andere Menschen unterstützen?“. Doch Franziska bewies Kampfgeist und gab die Suche nicht auf, bis sie auf Melanie Thoma vom AWO Landesverband Berlin traf, die ihr schließlich zur passenden Einsatzstelle verhalf. Die pädagogische Koordinatorin findet, dass sich Einrichtungen weiter öffnen sollten für Freiwillige mit Behinderung: „Eine Behinderung muss kein Nachteil sein, sie kann auch ein Vorteil sein. Schließlich bringen diese Freiwilligen spezifische Erfahrungen mit, die andere nicht haben“.

„Das Schönste ist das Vertrauen und die Akzeptanz“

Besonders gut an ihrem Einsatz gefällt Franziska die Nähe zu den Menschen in der Einrichtung, zu denen sie über die Monate ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat. Den BFD empfindet sie als große Bereicherung: „Hier habe ich zum ersten Mal gelernt, wie es in so einem Arbeitsapparat ist, in dem ich mir selber meinen Weg suchen muss. Und wo ich gleichgestellt bin mit allen anderen Kolleg*innen, egal ob ich jetzt diesen Rollstuhl habe oder nicht“.

Mit Hürden muss man offen umgehen

Im Rahmen ihrer Tätigkeit begegnen ihr aber auch Hindernisse. So war z.B. die Unterkunft in einem Bildungszentrum des Bundes für ein Seminar nicht rollstuhlgerecht. In so einem Fall ist es für sie wichtig, das Problem offen und ehrlich anzusprechen. So können Träger und Einsatzstelle aus den Erfahrungen direkt lernen. Franziska ist selbst die beste Expertin für ihre Behinderung, daher lautet ihre Devise: „Lieber mehr Fragen stellen als zu wenig. Dann vermeidet man Missverständnisse und schwierige Situationen. Man kann ja einfach fragen: Passt das so für dich? Können wir da noch was machen, oder weißt du vielleicht noch andere Alternativen?“.

Das Interview mit Franziska wurde am 18. Oktober 2018 geführt.


19.11.2020

„Das war die richtige Entscheidung für meinen Lebensweg“

Ronit berichtet aus dem BFD-Alltag bei der Flexibel Organisierten Hilfe (FloH) der AWO Mannheim.

Ein Bundesfreiwilligendienst vor dem Studium oder der Ausbildung ist eine sehr gute Idee. Jeder Tag als BFDler bringt neue Aufgaben mit sich, bei denen ich viel lerne. So kann ich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kennenlernen und bekomme auch Verantwortung übertragen. An den einzelnen Arbeitstagen habe ich unterschiedliche Aufgaben. Mein Tag startet meist um 9 Uhr. Vormittags sind regelmäßig Vorbereitungen zu machen wie die Essensplanung, Computerarbeit, das Erstellen von Belegungspläne für die Zimmer, Küche kontrollieren und aufräumen oder Essen einkaufen und vorbereiten.

Mittags kommen die Kinder und Jugendlichen aus der Schule und ich passe mit den anderen Betreuern auf die Kinder auf, bis die eigentliche Gruppenzeit um 13:30 Uhr startet. Zuerst essen wir mit den Kindern zu Mittag. Nach dem Essen räumen wir mit den Kindern auf, dann ist Hausaufgabenzeit. Danach beginnt das Freizeitprogramm. Die Kinder werden bei uns nach Altersgruppen aufgeteilt, die jüngeren zwischen 6 und 10 Jahren in den sogenannten „kleinen Bausteinen“ und die älteren zwischen 11 und 15 Jahren in den „großen Bausteinen“. Täglich werden je Altersgruppe jeweils zwei unterschiedliche Bausteine angeboten, z.B. Sport, Kochen, Kreativ, Erlebnis oder Zirkus, die von Tag zu Tag variieren. Die Gruppenzeit endet um 16:30 Uhr mit einer Abschlussrunde, in der der Tag reflektiert wird. Ich habe in meiner BFD-Zeit viel im Umgang mit Kindern und Kollegen gelernt und kann sagen: „Das war die richtige Entscheidung für meinen Lebensweg!“


17.11.2020

„Für andere Leute da sein – eine schöne Erfahrung“

Mit dem FSJ kannst Du Dir Zeit nehmen, um Erfahrungen zu sammeln und Dir so über Deine beruflichen Zukunftspläne bewusst werden. So kannst Du z.B. tolle Erfahrungen machen und erleben, was es heißt, für andere Menschen da zu sein. Außerdem erhältst Du interessante Einblicke in das Berufsleben mit abwechslungsreichen Aufgaben. In Seminaren lernst Du z.B. Aspekte des gesellschaftlichen Zusammenlebens kennen, welche für die weitere Entwicklung hilfreich sein können und nebenbei kommst Du dort mit anderen Freiwilligen in Kontakt, aus dem sich Freundschaften entwickeln können.   


13.11.2020

FSJ klingt nach

Ich habe 2011/12 meinen AWO-Freiwilligendienst in einer Grundschule gemacht und konnte dort viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln. Ich lernte in diesem Jahr viel über meine Mitmenschen und ihre Erfahrungen. Die Seminarwochen und Ausflüge trugen dazu bei, dass mir diese Zeit unvergesslich bleibt.

Damals wusste ich noch nicht, wie sehr mich diese Zeit prägen würde. Im Herbst 2012 fing ich an, Operngesang zu studieren und habe 2018 meinen Bachelor abgeschlossen. Ich merkte jedoch, dass ich mich in der hauptberuflichen Gesangswelt nicht zuhause fühlte und suchte einen neuen Weg. Meine Überlegungen waren kurz, denn immer wieder musste ich an mein FSJ zurückdenken und wieviel Spaß es mir brachte. Nun studiere ich im zweiten Semester Grundschullehramt und könnte nicht glücklicher sein.

Ich danke der AWO und ihren wunderbaren Mitarbeitern, die immer, auch noch Jahre nach meinem FSJ, ein offenes Ohr haben. Ohne sie wäre ich jetzt nicht an diesem Punkt meines Lebens.

Ich kann ein FSJ nur wärmstens empfehlen. Schafft Erinnerungen! Habt Erfahrungen! Die AWO wird euch dabei unterstützen!


13.11.2020

Initialzündung BFD

„Ich habe 2012/13 meinen Bundesfreiwilligendienst in der AWO Akademie Saar abgeleistet und dort spannende Einblicke in das Seminargeschehen im Bereich der Fort- und Weiterbildung erhalten. Ich konnte hierbei zum ersten Mal wirklich in einem Team arbeiten und etwas Eigenverantwortung übernehmen, was sowohl persönlich als auch für meine berufliche Zukunft sehr wertvoll war. Ich wurde in ein tolles Team aufgenommen und unterstütze die AWO Akademie bis heute noch jeden Sommer in Form eines Ferienjobs.

Besonderen Spaß haben mir die Seminarwochen beim Team des Freiwilligenbüros in Riegelsberg bereitet! Wir haben uns hier mit interessanten und wichtigen Themen auseinandergesetzt, mit denen man als junger Mensch zum ersten Mal in Berührung kommt. Neben Freunden fürs Leben und beständigen Bekanntschaften ergab sich hier auch die Initialzündung für meine musikalische Laufbahn, da ich im Rahmen der Freiwilligenehrung zum allerersten Mal auf der Bühne stehen durfte.

Wenn ihr euch für ein FSJ/einen BFD bei der AWO entscheidet, seid ihr beim Freiwilligenbüro auf jeden Fall in sehr guten Händen!“


12.11.2020

FSJ und BFD in Corona-Zeiten

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Arbeit der Freiwilligendienstleistenden aus? Die Bundesregierung hat u.a. zwei AWO-Freiwillig aus den Bereichen Krankenhaus und Seniorenheim dazu interviewt. Lotte Burmeister und Robin Kirsch schildern ihre Erfahrungen:

Lotte Burmeister (19)

Lotte Burmeister aus Achim bei Bremen strebt eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin an. Um die notwendige Berufserfahrung im medizinischen Bereich zu sammeln, hat die 19-Jährige sich auch für ein FSJ entschieden. Vor ein paar Monaten vermittelte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Abiturientin an das Aller-Weser-Klinikum in Achim. Dort arbeitet sie auf der Station der allgemeinen Unfallchirurgie, die nun kurzerhand zur Corona-Station umfunktioniert wurde. „Es war und ist eine sehr spannende Zeit für mich: von heut auf morgen haben sich meine Tätigkeiten komplett verändert“, erzählt sie. Vor der Corona-Zeit hatte sie viel mehr Kontakt zu den Patientinnen und Patienten. „Ich habe beispielsweise das Mittagessen ausgeben, die Menschen auf Station begleitet oder bei den alltäglichen Dingen geholfen“, berichtet Lotte Burmeister. Nun bereitet sie Isolierzimmer vor, bestückt die entsprechenden Räume mit Sauerstoffmasken und ist dafür verantwortlich, dass genügend Schutzausrüstung für das Personal vorhanden ist. Sorgen vor einer möglichen Ansteckung macht sich die 19-Jährige nicht. Allerdings gehören auch ihre Großeltern zur Risikogruppe, weshalb sie deshalb von Besuchen absehen muss. „Trotz alledem ist es für mich auch eine sehr spannende Zeit im Klinikum tätig zu sein, die Abläufe kennen zu lernen und helfen zu können. Das motiviert mich sehr“, so Lotte Burmeister.

[…]

Robin Kirsch (16)

Auch Robin Kirsch aus Marpingen plant nach dem FSJ eine Ausbildung. Er möchte Pflegassistent werden. „Nach dem Schulabschluss habe ich jetzt die Möglichkeit genügend Berufserfahrung im Bereich der Pflege zu sammeln, um zu schauen, ob das wirklich das Richtige für mich ist“, so der 16-jährige. Derzeit arbeitet er in einem Seniorenheim im Saarland. Aufgrund der aktuellen Pandemie dürfen Familienangehörige momentan die Einrichtung nicht betreten. Besonders jetzt während der Corona-Zeit zeigt sich deshalb, wie sehr die Menschen auf gute Pflegerinnen und Pfleger angewiesen sind. „Wir sind derzeit die einzigen Kontaktpersonen für die Menschen in unserer Einrichtung“, berichtet Robin Kirsch. An seinem Arbeitsalltag hat sich sonst aber nicht viel geändert, „außer, dass wir jetzt alle einen Mundschutz tragen“, erklärt er. Für ihn steht jetzt schon fest: er wird mit Abschluss des Jahres dort seine Ausbildung beginnen.

Quelle: Bundesregierung.de