„Eigentlich kann ich gar nicht beschreiben, wie sehr mich das FSJ im Krankenhaus bereichert hat.“

Vivian versucht es aber doch! Denn ihr Bericht von ihrem FSJ in der Berliner Charité kann interessierten jungen Menschen gute Einblicke geben in den praktischen Alltag und zeigen, was man dort lernen kann.

Warum eigentlich ein FSJ machen?

Ein FSJ ermöglicht Orientierung im sozialen und pädagogischen Berufsfeld. Wer später in eine solche Richtung gehen möchte, kann schon mal reinschnuppern. Danach weiß man sicher, ob man dann den richtigen Weg einschlägt. Gut ist: Man sammelt ein Jahr lang Erfahrung, ohne sich an etwas zu binden – das ist besser, als eine Berufsausbildung zu beginnen und kurz danach festzustellen, dass das doch nicht das Richtige war.

Ein FSJ ist super, um die Wartezeit auf einen Studien- oder Ausbildungsplatz sinnvoll zu überbrücken. Man tut Gutes, lernt viel und bekommt am Ende eine Bescheinigung über die Zeit. Für viele Ausbildungen oder Studiengänge wird ein FSJ als (Vor)Praktikum oder Anerkennungsjahr anerkannt. Und so kann man bei einer Bewerbung nachweisen, dass man schon praktische Erfahrungen in dem Arbeitsfeld sammeln konnte.

Man kann das Jahr gut nutzen, um sich erst einmal grundlegend zu orientieren. Wer noch gar nicht weiß, in welche Berufsrichtung es mal gehen soll, kann sich während des FSJs hierüber Gedanken machen. Außerdem engagiert man sich in dieser Zeit für seine Mitmenschen und erhält dafür auch ein Taschengeld.

Wie war der praktische Einsatz im Krankenhaus?

Am ersten Tag wusste ich gar nicht genau, wo ich mit anpacken soll. Anfangs habe ich dann in der Küche mitgeholfen, aber schon bald bin ich auf die Station gewechselt.

Ein typischer Tag sah dann so aus, dass ich erst die Fachkräfte bei der Visite begleitet habe und danach mit einer Pflegekraft mitgelaufen bin. Hier habe ich bei der Körperpflege der Patienten geholfen, bei der Lagerung und beim Wechseln des Inkontinenzmaterials. Dabei gibt es natürlich auch unschöne Sachen zu sehen, aber mit der Zeit lernt man, auch damit umzugehen. Im Verlauf meines FSJs durfte ich immer mehr Aufgaben übernehmen, ich habe dann viel bei der Grundpflege der Patienten mitgeholfen.

Die medizinischen Sachen dürfen Freiwillige natürlich nicht machen, aber ich hatte die Gelegenheit, einmal bei einer Endoskopie und bei einer dermatologischen OP zuzuschauen. Das fand ich sehr interessant.

Was hat mir diese Zeit persönlich gebracht?

Während meines FSJs habe ich viel gelernt, aber v.a. hat es mich in meinem Wusch bestärkt, den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin zu erlernen. Ich bin sehr glücklich über meine Entscheidung für ein FSJ. Ich durfte so viele nette Menschen kennenlernen, seien es Kollegen, Ärzte oder Patienten. Ich selbst bin um einiges „gewachsen“ – egal ob in Bezug auf mein Kommunikationsvermögen, meine Empathie, den Umgang mit anderen Menschen oder mein Fachwissen.

Ich fühle mich auf meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin gut vorbereitet. Ich gehe mit viel Erfahrung in die Ausbildung, denn ich durfte kennenlernen, wie ein Stationsalltag abläuft und was es auch mal für Komplikationen auf einer Station geben kann. Mich kann so leicht nichts von meinem Weg abbringen!

Was war für mich schwierig in dem Jahr?

Natürlich gab es während der Zeit auch Schattenseiten. Nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass dieser Job sehr anstrengend sein kann und dass man nicht mit allen Kollegen immer gut zurechtkommt.

Am schwersten war für mich der erste Todesfall auf meiner Station. Aber dies gehört leider zu diesem Job und zum Leben dazu.

Mir hat es in den schwierigen Situationen geholfen, über meine Gefühle zu reden. Und es hilft zu wissen, dass man auch auf professionelle Hilfe zurückgreifen kann und dass das keine Schwäche ist, sondern ganz normal.

Würde ich mein FSJ weiterempfehlen?

Eigentlich kann ich gar nicht beschreiben, wie sehr mich das FSJ im Krankenhaus bereichert hat. Ich möchte jede und jeden dazu ermutigen, ein FSJ anzutreten. Hier kann man wirklich viele Erfahrungen sammeln, etwas Lernen und in jeder Hinsicht etwas fürs Leben mitnehmen.

Vivian hat ihr FSJ im Jahrgang 2016/17 geleistet

FSJ im AWO Seniorenhaus

"Besonders schön fand ich die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Bewohner und Bewohnerinnen, sowie das Vertrauen, das mir von allen Seiten entgegengebracht wurde."mehr

FSJ im Kinder- und Elternzentrum

"Mein FSJ hat mich so vieles gelehrt. All das hätte ich in meinem Studium so nie erfahren können."mehr

FSJ Kinder- und Jugend-Tagesgruppe

"Das FSJ ist meiner Meinung nach eine tolle Möglichkeit, seinen Weg für die Zukunft zu finden."mehr

FSJ in einer Kita

"Ich bekam Einblicke in verschiedene Bereiche und konnte mit der Zeit feststellen, was mir besonders gut liegt, aber auch was mir nicht so gut liegt."mehr

FSJ in einer Jugendwohngruppe

"In der Einsatztselle wurde ich herzlich aufgenommen. Das Arbeitsklima war schon fast familiär und die Jugendlichen akzeptierten und respektierten mich schnell."mehr

BFD in der Flüchtlingshilfe

"Mit den Menschen direkt zu arbeiten, für ihr Wohl zu sorgen, mit ihnen über ihr Fluchterlebnis zu sprechen – das macht mir am meisten Freude."mehr

BFD in einer Mittelschule

„Die Schüler haben ein großes Herz, daher hat es immer Spaß gemacht mit ihnen Zeit zu verbringen"mehr

Freiwilligendienste-Fachtagung 2019

Zwei Tage lang tauschten sich die AWO-Kolleg*innen zum Aktionjahr aus, diskutierten miteinander und nahmen wichtige Impulse für die eigene Arbeit mit.mehr

BFD im Engagement Zentrum

Carina Förster, die das Team des Neuköllner EngagementZentrums durch ihren Bundesfreiwilligendienst unterstützt hat, berichtet von ihren Aufgaben und Erfahrungenmehr

Video: BFD im Nachbarschaftstreff

Rami Dahbour kam im August 2015 als Geflüchteter aus Syrien nach Deutschland und arbeitet jetzt im AWO Nachbarschaftstreff. Eingestiegen ist er über einen BFD.mehr

Video: Freiwillig mehr erleben

Wie entwickeln sich junge Menschen während ihrer 12 Monate Freiwilligendienst persönlich weiter? Was nehmen sie bei der AWO für ihren weiteren Lebensweg mit?mehr

Projektarbeit: Idee und Durchführung

Die Freiwilligen in Thüringen haben sich selbst Projekte ausgedacht und diese umgesetztmehr

FSJ in einer Behindertenwerkstatt

Friederike hat viel über sich und und den Umgang mit anderen gelernt.mehr

Die Projekte vor Ort

Im Rahmen des Aktionsjahres führen unsere Träger vor Ort besondere Aktivitäten mit den Freiwilligen durch.mehr

Film zur AWO-Geschichte

Die feiert 2019 ihr 100jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde ein neuer Film zur Geschichte der AWO erstellt.mehr

Video: Mein Freiwilligendienst

Freiwillige berichten von ihrer Motivation und ihren Erfahrungen in der Praxis.mehr

Trickfilm Paul und Lena
Video: Paul & Lena

Paul & Lena beschreiben, was ein Freiwilligendienst ist und was alles so überraschendes passieren kannmehr

Seminarthema soziale Ungleichheit

Pädagog*innen der AWO Freiwilligendienste besuchen eine Fortbildung zu sozialer Ungleichheitmehr

FSJ im Frauenhaus Saarbrücken

Helena berichtet über ihr FSJ im Frauenhaus der AWO in Saarbrückenmehr

BFD beim Mobilen Sozialen Dienst

Niklas hat im Jahrgang 2017/2018 einen Bundesfreiwilligendienst bei einem Mobilen Sozialen Dienst der AWO in Baden-Baden gemachtmehr

BFD im House of Life

Franziska leistet einen Bundesfreiwilligendienst im House of Life, einer Pflegeeinrichtung für jüngere Menschen in Berlin-Kreuzberg.mehr