Nach dem FSJ war für Friederike klar, wo es beruflich hingehen soll!

Bei ihrem Einsatz in einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen hat Friederike viel über das Arbeitsfeld und auch über sich selbst gelernt. Heute studiert sie Sonderpädagogik, später wird sie Kinder und Jugendliche mit Behinderung unterrichten. Da die Einrichtung rollstuhlgerecht ist, war sie für Friederike als Rollstuhlnutzerin geeignet.

Nach dem Abitur war für Friederike unklar, was sie beruflich machen möchte. Ein FSJ war da eine gute Möglichkeit, um erste Einblicke ins Berufsleben zu bekommen und sich Orientierung zu verschaffen. Sie entschied sich für die Wohnanlage am Mühlenhof in Rastede – weil ihr das Klima dort gefiel und weil sie sich in den barrierefreien Räumen der Einrichtung mit ihrem Rollstuhl frei bewegen konnte.

In der Praxis war sie in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung tätig. Hier arbeiten Menschen, die in den regulären Arbeitsmarkt nicht eingebunden werden können. Sie werden arbeitstherapeutisch begleitet, damit ihre individuellen Fähigkeiten erhalten bleiben und sich weiterentwickeln. Friederikes Aufgaben bestanden zum Beispiel darin, die Menschen in der Werkstatt zu unterstützen, sie hat bei kreativen Projekten mitgeholfen oder Dokumentationen angefertigt.

Was ihr in der Einsatzstelle besonders gefallen hat, war der wertschätzenden Umgang: „Ich musste nicht nur die doofen Aufgaben machen, sondern wurde ernst genommen und durfte Sachen mitbestimmen. Ich fand schön, dass ich auch Verantwortung hatte“. Auch die gute Anleitung und Hilfestellung ist ihr in Erinnerung geblieben: „Die Anleitung vor Ort war sehr gut. Wir haben uns regelmäßig zusammengesetzt und es war immer eine offene Atmosphäre. Wenn ich eine Frage hatte, konnte ich mich jederzeit an die Mitarbeiter*innen wenden“.

Dabei hat Friederike vieles über sich und den Umgang mit anderen gelernt: „Das eigenen Verhalten mehr zu reflektieren zum Beispiel und einen besser Umgang mit Nähe und Distanz“. Für ihr Studium der Sonderpädagogik hat sie erste Grundlagen gesammelt – im praktischen Einsatz und in den begleitenden Bildungsseminaren. Hier konnte sich Friederike mit anderen Freiwilligen austauschen, sich weiterbilden und ganz konkret etwas für ihre Tätigkeit in der Einsatzstelle lernen. Im Seminar bekam sie auch einen spannenden ersten Einblick in das Feld der Sonderpädagogik: „Wir konnten hier interessante Themen wählen. Es gab zum Beispiel einen Workshop zu psychischen Erkrankungen. Im Nachhinein ist es wirklich toll zu sehen, wie viele Sachen im Seminar behandelt wurden, die ich jetzt auch im Studium lerne“.

Heute ist sich Friederike sicher, dass ihr Einsatz als Freiwillige sie bei der Berufswahl einen großen Schritt weitergebracht hat: „Vorher wusste ich überhaupt nicht, was ich machen will. Im FSJ habe ich dann gemerkt, wie viel Spaß es mir macht, mit Menschen zu arbeiten, ihnen neue Sachen zu zeigen und beizubringen. Deswegen habe ich mich entschieden Sonderpädagogik zu studieren“.

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