Niklas hat im Jahrgang 2017⁄2018 einen Bundesfreiwilligendienst bei einem Mobilen Sozialen Dienst der AWO in Baden-Baden gemacht und berichtet von seinen Erfahrungen:

Man lernt nie aus. Ein wohl bekannter Satz, der meinen Bundesfreiwilligendienstsehr gut definiert. Nach acht Jahren Gymnasium stand ich vor der Wahl: direkt ins Studium oder ein Jahr etwas anderes machen? Nach langer Suche entschied ich mich für einen Freiwilligendienst beim Mobilen Sozialen Dienst der AWO in Baden-Baden.
Der Kontakt war schnell hergestellt und bald schon hatte ich einen Termin zum „Reinschnuppern“. Das war gut, denn so bekam ich sofort einen realistischen Einblick in die Tätigkeiten. Es zeigte sich, dass ich nach zwölf Jahren Schule eine gewisse Zeit brauchte, um mich auf die neue Herausforderung einzustellen. Nicht mehr das Verfassen seitenlanger Buchinterpretationen oder das Lösen komplexer Rechenaufgaben standen im Vordergrund, sondern vielmehr die Arbeit mit hauptsächlich älteren Menschen, die alle verschieden waren und anders auf einen reagierten. Ich ging mit ihnen einkaufen, fuhr mit ihnen zum Arzt oder unterstützte sie im Haushalt – Aufgaben des Alltags, die sie ohne Unterstützung gar nicht mehr erledigt bekämen.

Was mich in meinem Jahr besonders beeindruckt hat, sind die einzelnen und verschiedenen Charaktere der Menschen, die ich begleitet und unterstützt habe. Durch diese Begegnungen lernte ich, auf Menschen zuzugehen, mich auf sie einzulassen und sie zu verstehen – dadurch bin ich sicher empathischer geworden. Diese sogenannten „soft skills“ werden im späteren Leben noch enorm wichtig, tatsächlich profitiere ich bereits jetzt schon von ihnen in meinem Studium.

Besondere Freude hat es mir gemacht, dass ich nach den vielen Jahren in der Schule das Klassenzimmer hinter mir lassen konnte und eine ganz praktische und flexible Arbeit machen konnte. Hierbei wurde mein Selbstvertrauen gestärkt und auch mein Verständnis davon, wie im Sozialwesen gearbeitet wird. Für diesen „Blick über den Tellerrand“ bin ich dankbar, denn mein aktuelles Studium (Internationale Betriebswirtschaftslehre) hat gar nichts mehr mit meiner ehemaligen Tätigkeit im BFD zu tun. Ich bin daher froh, dass ich auch Einblicke in andere interessante Facetten des Lebens erhalten habe.
Wenn mich jemand fragen würde, was er denn mitbringen müsste, um erfolgreich einen BFD zu absolvieren, würde ich ihm antworten: Ehrgeiz, Flexibilität, Durchhaltevermögen, Motivation und Spaß. In Deutschland gibt es genug Einsatzstellen von unterschiedlichen Trägern, die einen Freiwilligendienst anbieten – gewissermaßen ist für jede und jeden etwas dabei. Ich kann das Jahr nur empfehlen, denn ich habe mehr gelernt, als ich mir vorher hätte vorstellen können. Man lernt ja nie aus…

Werkstatt f. Menschen m. Behinderung

Bei ihrem Einsatz in einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungenmehr

Trickfilm Paul und Lena
Trickfilm

Paul & Lena beschreiben, was ein Freiwilligendienst ist und was alles so überraschendes passieren kannmehr

Film

Video, in dem Freiwillige von ihrer Motivation und ihren Erfahrungen in der Praxis berichten.mehr

Pflegeeinrichtung junge Menschen

Franziska leistet einen Bundesfreiwilligendienst im House of Life, einer Pflegeeinrichtung für jüngere Menschen in Berlin-Kreuzberg.mehr

Seminarthema soziale Ungleichheit

Pädagog*innen der AWO Freiwilligendienste besuchen eine Fortbildung zu sozialer Ungleichheitmehr

Mein FSJ

Helena berichtet über ihr FSJ im Frauenhaus der AWO in Saarbrücken…mehr